Die Finanzkrise trifft auch die Internetbranche mit voller Wucht
Sonntag, 7. Dezember 2008 19:26
Was als Problem der Finanzbranche begann, erfasst nun auch die Realwirtschaft. Durch die von den Medien geförderte Angst, die Unternehmen und Privatverbraucher gleichermaßen erfasst hat, gerät das Wirtschaftssystem ins Stocken. Die Gründe für die nun zu befürchtende schwere Rezession liegen zwar auch in der Kreditklemme, die momentan herrscht, sind aber größtenteils psychologischer Natur.
Die Internetbranche blieb zwar bisher von Hiobsbotschaften verschont, dürfte aber spätestens 2009 zumindest teilweise mit voller Wucht von der Finanzkrise eingeholt werden. Zwar freuen sich viele Publisher aktuell noch über zahlreiche Werbekampagnen, diese waren aber zumeist schon länger als fester Bestandteil des Weihnachtsgeschäftes geplant, das ohnehin noch recht vielversprechend ausfallen dürfte. Für das nächste Jahr sieht es jedoch schon wesentlich bescheidener aus, nicht zuletzt weil Marketing-Budgets meist als erstes gekürzt werden. Die klassischen Medien dürfte der Trend zwar härter treffen, nicht zuletzt weil diese auch weiterhin Nutzungsanteile einbüßen werden, dennoch geht auch in der Online-Branche die Angst um.
Besonders betroffen dürften die zahlreichen sozialen Netzwerke und sonstigen Web 2.0-Projekte sein. Haftete diesen schon während des Booms der vergangenen Jahre der Ruf der “Blase 2.0″ an, so dürfte sich dieses düstere Szenario in Zeiten konservativer Budgetpolitik bewahrheiten. Viele Web 2.0-Seiten sind bis heute nicht rentabel und kämpfen mit Bannerblindheit ihrer Nutzer und steigenden Infrastrukturkosten für Serverhardware und Strom.
Zu den Gewinnern dürfte dagegen das Affiliate-Marketing zählen, sind die Werbebudgets in diesem Segment doch ausschließlich erfolgsbezogen und dürften daher nicht oder nur kaum von Kürzungen betroffen sein. Probleme treten im Affiliate-Bereich höchstens durch die Kaufzurückhaltung der Nutzer auf. Wer es schafft, die Nutzer von den Angeboten der Merchants zu überzeugen, dürfte jedoch auch in Zukunft Leads und Sales generieren. Nicht nur deswegen dürften qualitativ hochwertige Angebote auch in Zukunft der Schlüssel zum Erfolg sein.
Trotz der zu erwartenden rückläufigen Marketing-Budgets besteht dahre für die meisten Internet-Publisher kein Grund Trübsal zu blasen, ist doch mit der Krise auch eine Chance verbunden: Die zu erwartende Konsolidierung des Marktes dürfte dafür sorgen, dass unrentable Angebote verschwinden und nur gut aufgestellte Publisher überleben, die dann aber umso stärker vom Ende der Krise profitieren. Wer sich schon heute auf harte Zeiten eingerichtet hat, kann also mit etwas Geschick sogar von der Krise profitieren.
Thema: Online-Marketing, Selbstständigkeit | Kommentare (0)
